FAQs

Mit dem Begriff Energiepflanzen sind in der Regel Pflanzen gemeint, die als nachwachsender Rohstoff speziell für die energetische Nutzung angebaut werden. Im Wesentlichen sind hier drei Verwendungszwecke zu unterscheiden:

  • Erzeugung von Biogas: Eine Vielzahl von Pflanzen ist geeignet, um unter Luftabschluss zu Methan vergoren zu werden.
  • Nutzung als Festbrennstoff: z.B. Holzhackschnitzel aus Kurzumtriebsplantagen (KUP, schnellwachsende Gehölze).
  • Erzeugung von Kraftstoff: z.B. Biodiesel aus Rapsöl.

Für die Vergärung zu Biogas eignen sich viele Pflanzenarten. Für den wirtschaftlichen Betrieb der Biogasanlage sind folgende Kriterien wichtig:

  • Biomasseertrag: Einen hohen Ertrag liefern vor allem Mais und Zuckerrüben oder auch Getreide-Ganzpflanzen (Ernte z.B. von Roggen vor der Kornreife).
  • Vergärungseigenschaften: Die organische Masse soll leicht vergärbar sein und einen hohen Methanertrag liefern. Besonders schnell werden Zuckerrüben umgesetzt, auch Mais zeichnet sich durch eine gute Vergärbarkeit aus. Älteres Pflanzenmaterial, z.B. aus der Landschaftspflege benötigt dagegen deutlich länger und vermindert damit die Gasproduktion pro Zeiteinheit im Fermenter.
  • Konservierungseignung: Die Biogasanlage benötigt über das gesamte Jahr Gärsubstrat. In der Regel erfolgt die Konservierung durch Silierung, die Pflanzen müssen dafür geeignet sein. Gut silieren lassen sich z.B. Mais und Gras, schwieriger sind z.B. Zuckerrüben.

Auf Grund ihrer in dieser Hinsicht positiven Eigenschaften haben sich bisher vor allem Mais, Getreide-Ganzpflanzensilage und auch Zuckerrüben als Gärsubstrat durchgesetzt. Viele andere Pflanzenarten, z.B. Sonnenblume, Hirsen oder Silphie, befinden sich noch im Erprobungsstadium.

Eine umfangreiche Übersicht gibt die Broschüre „Energiepflanzen für Biogasanlagen“ (FNR 2012)

Die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum L.) ist ein aus Nordamerika stammender Korbblütler. Die mehrjährige (10-15 Jahre), bis zu 3 m hohe Staude wächst auch unter den in Deutschland vorzufindenden klimatischen und bodenkundlichen Bedingungen und blüht von Juli – September. Die relativ hohen Kosten der Anlage (Pflanzung oder Saat) amortisieren sich erst bei mehrjähriger (ca. 10 Jahre) Nutzung. Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und in Bayern (Hartmann et al. 2017) zeigen, dass die Durchwachsene Silphie sehr ertragsstark ist, aber auf vielen Standorten sowohl im Biomasseertrag je Hektar als auch in der Methanausbeute unterhalb von Silomais liegt. Die vielfach im Vergleich zu Mais angenommene bessere Trockenheitsverträglichkeit bestätigen Untersuchungen des Julius Kühn-Instituts nicht (Dauber et al. 2016). Dagegen wurden vielfältige positive ökologische Wirkungen festgestellt. Eine geringe Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung dieser nicht heimischen Pflanze muss beachtet werden.

Insgesamt kann die Silphie, insbesondere auf Rand- und Restflächen, eine Bereicherung der Biogasfruchtfolge darstellen.

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